Behandlungen

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Medizinisches Untersuchungszentrum (MUZ)

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Im Verdauungstrakt können zahlreiche Beschwerden auftreten. Dementsprechend hoch ist auch die Vielfalt von Behandlungsmöglichkeiten

Zu den häufigsten Beschwerden gehören Varizen, Verengungen, Polypen, Hämorrhoiden oder Fissuren. Therapien führen wir in den meisten Fällen in Form einer Spiegelung, medikamentös oder operativ durch.


Behandlungsmethoden

  • Varizenbehandlung

    Varizen treten oft in Kombination mit portalem Überdruck auf. Sie können einen hohen Blutverlust zur Folge haben, was gefährlich werden kann. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten. Dabei ist ein gutes Volumenmanagement wichtig. Oftmals werden auch Antibiotika zur Verhinderung einer Infektion verabreicht. Ausserdem sollte eine endoskopische Therapie stattfinden.

    Bei der endoskopischen Therapie werden verschiedene Methoden zur Stillung der Blutung angewendet. Eine verbreitete Methode ist eine Gummibandligatur. Dabei wird die Varize vom Endoskop angezogen und ein Gummiband drüber gestülpt. Auch eine endoskopische Sklerosierungstherapie ist möglich. Ist die Blutung nicht zu stillen, kann die Einlage einer Ballontamponade nötig sein. 

  • Dilatation

    Diese Therapie führen wir durch, wenn Speiseröhre oder Magen eine verengte Stelle aufweisen. Solche Verengungen erschweren oder verunmöglichen einem Patienten das Schlucken von fester oder flüssiger Nahrung. In Form einer Magenspiegelung verbessert Dilatation das Schlucken.

    Vorbereitung

    • Ab Mitternacht vor der Magenspiegelung keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen
    • Bis 2 Stunden vor der Untersuchung ist das Trinken von klaren, fettfreien Flüssigkeiten (keine Milch) erlaubt
    • Reguläre Einnahme von Medikamenten weglassen, ausser Ihr Arzt weist Sie ausdrücklich auf die Einnahme hin

    Ablauf

    • Zur allfälligen Verabreichung von Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten wird zunächst am Arm eine Infusion gelegt. Auf Ihren Wunsch kann auch lediglich eine örtliche Betäubung des Rachens mit einem Spray durchgeführt werden
    • Dann legen wir zunächst mittels Röntgendurchleuchtung die genaue Lokalisation und Ausdehnung der Engstelle fest
    • So können wir entscheiden, ob eine mechanische Dilatation zur Anwendung kommt
    • Im Falle einer Dilatation wird über einen Führungsdraht ein Ballon bzw. ein konisch sich erweiternder Dilatator über der Engstelle entfaltet bzw. geschoben. Mit beiden Arten der Dilatation soll die Schleimhaut zum Einreissen gebracht werden, um die Engstelle dadurch zu erweitern
    • Über die möglichen Erweiterungen klären wir Sie vor dem Eingriff detailliert auf. Der Arzt entscheidet während dem Eingriff über die notwendigen Erweiterungen
    • Während der Untersuchung ist neben dem Arzt auch eine speziell geschulte Pflegefachperson anwesend

    Fahrtüchtigkeit und Arbeitsfähigkeit

    • Kommen Sie nicht mit dem eigenen Fahrzeug
    • Sorgen Sie für eine persönliche Begleitung
    • Nach Verabreichung der Medikamente besteht für 12 Stunden keine Unterschriftsfähigkeit

    Nachbereitung

    Treten nach der Magenspiegelung Bauchschmerzen oder andere Befindlichkeitsstörungen auf oder tritt Blut aus dem After aus, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder gehen Sie auf eine Notfallstation.

    Ernährung nach einer Dilation

    Nach einer Dilatation sollen Sie in den ersten Tagen vorsichtig Nahrung zu sich nehmen. 

    1. Tag: Am ersten Tag dürfen Sie nur klare Flüssigkeit zu sich nehmen (z. B. Tee oder Bouillon ohne Beilage). 
    2. Tag: Falls die Flüssigkeit gut heruntergeht und Sie sich nicht verschlucken, können Sie am nächsten Tag zusätzlich pürierte Kost einnehmen. 
    3. Tag: Wenn weiterhin alles gut geht, können Sie vom dritten Tag an die Ernährung entsprechend der Instruktion durchführen. 

  • Polypektomie

    Polypen können Dickdarmkrebs zur Folge haben und werden deshalb entfernt. Diese Entfernung geschieht mittels einer Darmspiegelung (Colonoskopie). Anschliessend werden sie histologisch untersucht. Den Ablauf einer Darmspiegelung finden Sie hier.

  • Hämorrhoiden-Behandlung

    Bei Hämorrhoiden handelt es sich um Schwellkörper, die im Analkanal ein dichtes Gefässpolster bilden. Erst wenn sich Blut in diesen Schwellkörpern staut, entstehen sogenannte Knoten, welche sich nach unten senken können und so Schmerzen verursachen. Es ist die Rede von Hämorrhoidalleiden.

    Dazu gibt es verschiedene Therapieansätze: Bei der Gummibandligatur wird an der Basis des Hämorrhoidalknotens ein Gummiband angebracht. Diese unterbricht die Durchblutung des Gewebes. Nach einigen Tagen fallen Gummiband und Knoten ab. Sind die krankhaften Hämorrhoiden schon in einem späteren Stadium, ist oft eine Operation nötig.
     

  • Fissur-Behandlung

    Eine Fissur-Behandlung ist bei einem Schleimhautriss im After-Bereich nötig. Eine häufige Ursache ist harter Stuhlgang, der zu einer übermässigen Dehnung des Afters führt. Eine Fissur ist mit Schmerzen und Blutungen verbunden. Dabei verkrampft sich der Schliessmuskel und bei erneutem hartem Stuhlgang reisst die Schleimhaut wieder auf.

    Stuhlregulierende Massnahmen sind die Grundlagen der Fissur-Behandlung. Dazu gehört eine Umstellung der Ernährung. Dabei können milde Abführmittel unterstützend wirken. Zusätzlich gibt es Crèmen, die auf den After aufgetragen werden und die Heilung unterstützen. Besonders bei chronischen Fissuren kann ein operativer Eingriff nötig sein.

  • Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP)

    ERCP ist die Abkürzung für endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie. Diese Untersuchung wird durchgeführt, wenn eine Erkrankung der Gallenwege und / oder der Bauchspeicheldrüse vermutet wird oder schon festgestellt wurde. Die ERCP ermöglicht den Nachweis und gegebenenfalls auch gleich die Behandlung solcher Erkrankungen.

    Vorbereitung

    • Ab Mitternacht vor der ERCP keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen
    • Bis 2 Stunden vor der Untersuchung ist das Trinken von klaren, fettfreien Flüssigkeiten (keine Milch) erlaubt
    • Reguläre Einnahme von Medikamenten weglassen, ausser Ihr Arzt weist Sie ausdrücklich auf die Einnahme hin

    Ablauf

    • Zur Verabreichung von Beruhigungs- und Schlafmedikamenten wird zunächst am Arm eine Infusion angelegt
    • Während der Untersuchung ist neben dem Arzt auch eine speziell geschulte Pflegefachperson anwesend
    • Die Untersuchung verursacht in der Regel keine Schmerzen

    Untersucht wird mit einem dünnen beweglichen „Schlauch“ an dessen Spitze eine Lichtquelle und eine Kamera angebracht sind. Damit kann der Arzt über den Mund, die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm bis zur Mündung der Gallenwege und des Bauchspeicheldrüsenganges vorspiegeln. Anschliessend wird über einen feinen Katheter ein Kontrastmittel in die Gallenwege eingespritzt und geröntgt. Falls man dabei krankhafte Veränderungen sieht, wird während der Untersuchung die Behandlung durchgeführt.

    Folgende Eingriffe und Behandlungen werden abhängig vom vorliegenden Befund durchgeführt:

    • Entfernung von Gallensteinen in den Gallenwegen
    • Entnahme von Gewebe aus dem Gallengang
    • Erweiterung von Engstellen in Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengang
    • Einlage eines Röhrchens zur Überbrückung von Engstellen und Ableitung von Galle- oder Bauchspeicheldrüsensekret

    Für diese Behandlungen kann eine Papillotomie, d.h. eine Spaltung des Schliessmuskels am Ende des Gallengangs bei dessen Mündung in den Dünndarm erforderlich sein. Dazu wird ein elektrisches Schneidegerät benutzt, welches durch das Endoskop eingeführt wird. In manchen Fällen kann erst während der Untersuchung entschieden werden, welche zusätzlichen Eingriffe notwendig sind. Über die möglichen Erweiterungen werden Sie vor dem Eingriff detailliert aufgeklärt. Der Arzt entscheidet während dem Eingriff über die notwendigen vorbesprochenen Erweiterungen.

    Fahrtüchtigkeit und Arbeitsunfähigkeit

    Die Fahrtüchtigkeit ist nach Erhalt von Schlafmedikamenten nicht gegeben.

    • Kommen Sie nicht mit dem eigenen Fahrzeug
    • Sorgen Sie für eine persönliche Begleitung
    • Nach Verabreichung der Medikamente besteht für 12 Stunden keine Unterschriftsfähigkeit

    Nachbereitung

    Nach örtlicher Betäubung des Rachens mit einem Spray dürfen Sie während mindestens einer Stunde nichts essen und trinken. Treten nach der ERCP Bauchschmerzen oder andere Befindlichkeitsstörungen auf (z. B. Schwindel, Übelkeit, Erbrechen) oder tritt Blut aus dem After aus (meist in Form von schwarzem, dünnflüssigem Stuhl), informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder gehen Sie auf eine Notfallstation.