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Sonata Behandlung

Eine neue Methode zur Behandlung von Gebärmuttermyomen.

Frau Dr. med. Ladina Christoffel, Chefärztin Frau-Mutter-Kind, und ihr Team haben eine neue Behandlung für Gebärmuttermyome in ihr Leistungsspektrum aufgenommen. Die Sonata Behandlung ist eine neue minimalinvasive Operationsmethode. Das Spital Oberengadin ist schweizweit das erste Haus, in welchem diese neue Behandlungsmethode, die ohne Schnitte in die Haut auskommt, angewendet wird.

Myome sind gutartige Muskelknoten an oder in der Gebärmutter. Solche Gebärmuttermyome treten häufig auf, ungefähr bei 70% aller Frauen nach dem 40. Lebensjahr. Diese Muskelknoten verursachen jedoch lediglich in 20% der Fälle Beschwerden. Zu den möglichen Symptomen zählen schwere Blutungen, Regelschmerzen oder krampfartige Schmerzen als Reaktion auf das Myom als Fremdkörper. In gewissen Fällen können Gebärmuttermyome die Fruchtbarkeit deutlich herabsetzen. Werden diese beschwerdeverursachenden Myome nicht behandelt, können sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern

 

So läuft eine Sonata Behandlung ab:

Die Sonata-Sonde, welche nur wenige Millimeter Durchmesser hat, wird durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Mittels in der Sonde integriertem Ultraschall, kann die Sonde sichtgesteuert direkt neben dem Myom platziert werden. Über die Sonde wird gezielt Hitze an das Myom abgegeben. Diese Behandlung dauert nur wenige Minuten. Das Myom schrumpft in den folgenden Wochen zusammen, was zur Linderung der Symptome führt. Nach drei Monaten haben sich die Blutungsstörungen erfahrungsgemäss um 90% reduziert. Mit der Sonata Methode können mehrere Myome in derselben Sitzung behandelt werden.

Die Sonata Behandlung ist eine einfache, schmerzfreie und in wenigen Minuten durchgeführte Alternative zu den herkömmlichen Methoden der Myombehandlung. Die Gebärmutterwand wird dabei nicht verletzt. Die Patientinnen können nach der Behandlung schnell wieder in ihr privates und berufliches Umfeld zurückkehren.  



 

Weitere Informationen zu Myomen und deren Behandlung


Einleitung

Myome sind gutartige (=benigne) Geschwülste (=Tumore) ausgehend von der glatten Muskulatur der Gebärmutterwand (=Uterus). 70% aller Frauen nach dem 40. Lebensjahr haben Myome, jedoch nur ca. 20% dieser Myome verursachen Beschwerden (=Symptome). 80% der Myome treten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Myome sind meist umschriebene knotige, seltener diffuse,Gebilde, welche von wenigen Gramm bis zu mehreren Kilogramm schwer sein können.
Wir unterscheiden die Myome nach deren Lokalisation

  • an der Gebärmutteraussenwand (=subserös)
  • in der Gebarmutterwand (=intramural / transmural)
  • unter der Schleimhaut (=submucös)
  • in den Bändern seitlich der Gebärmutter (=intraligamentär)
  • in Muttermundsnähe (=cervical)

und deren Grösse. Die Grösse und Lokalisation der Myome kann am besten im transvaginalen Ultraschall evaluiert werden. Somit wirdein Uterus mit einem oder diversen Myomen als Uterus myomatosus bezeichnet, unabhängig von Grösse / Lage / Symptomen der Myome.
Als spezielle Formen der Myomegelten die Adneomyose respektive das Adenomyom. Die Adenomyose ist eine diffuse Verbreiterung der Gebärmutterwand (=Myometrium) mit Einschlüssen von Drüsengewebe; das Adenomyom hingegen ein Myomknoten bestehend aus Muskel- / Bindegewebe mit Drüsengewebe.

Als Ursache der Myomentstehung scheint neben einer genetischen Veranlagung ein hormonelles Ungleichgewicht (relatives Östrogenübergewicht) mitbeteiligt zu sein. Z.B. ist bei Afroamerikanerinnen das Vorkommen der Myome mehrfach erhöht im Vergleich zu Kaukasiern. Myome weisen eine hohe Östrogen- und Progesteronrezeptordichte auf. Somit fördert eine Östrogenstimulation das Wachstum (z.B. in einer Schwangerschaft), gestagenbetonte Ovulationshemmer verringern es. Nach Eintreten der Menopause stellt man Häufig eine Grössenabnahme der Myome fest, meistens kombiniert mit einer Verkalkung desselben.
Eine bösartige (=maligne) Entartung von Myomen geschieht sehr selten (wesentlich seltener als 1% der Myome) und wenn, dann vorwiegend vor der Menopause.


Symptome

Myome können symptomlos sein oder in Abhängigkeit von ihrer Grösse und Lokalisation Beschwerden verursachen. Auf Grund der Wachstumstendenz kann ein anfangs asymptomatisches Myom plötzlich viele Symptome machen wie:

  • Blutungsstörungen (zu oft, zu stark, zu lang) finden sich bei 50% der Myompatientinnen mit begleitendem Eisenmangel.

  • Schmerzen: 30% der Myompatientinnen haben Schmerzen in Form von lokalem Dehnungs- bzw. Druckschmerz durch die Tumormasse, schmerzhafte Regelblutung (=Dysmenorrhoe) oder krampfartige Schmerzen durch Uteruskontraktionen, als Reaktion auf das Myom als „Fremdkörper“. Ebenso kann es zu akutesten Bauchschmerzen bei einer Stieldrehung der subserösen Myome kommen.

  • Folgeerscheinungen einer Druckwirkung auf Umgebungsstrukturen (wie Harnblase, Harnleiter (=Ureter), Darm oder Gefässe) sind selten, aber an verschiedensten Organsystemen möglich; z.B. häufiges Wasser lösen (=Pollakisurie), Nierenstauung, Verstopfung (=Obstipation), venöse Abflussstörung der unteren Extremitäten mit ggf. Thrombenbildung.

  • Infertilität: In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass submuköse Myome die Fertilität deutlich herabsetzen und dass die Entfernung dieser submukösen Myome bei entsprechender Sorgfalt die Fertilität wieder erhöht.


Therapie

Eine Therapie ist nur bei Symptomen angezeigt; also in ca. ¼ der Myom-Patientinnen.

1. Prinzipiell kann primär bei wenigen Symptomen auch mal ein "wait and see" Management gewählt werden mit sonographischer Kontrolle der Myom-Grösse.

2. Des Weiteren kann bei lediglicher schmerzhafter Menstruation (=Dysmenorrhoe) eine medikamentöse Therapie mit Schmerzmittel eingeleitet werden; allfällig kombiniert mit einer Eisensubstitution.

3. Gelbkörper-Hormon-Präparate (=Gestagene) wirken auf Grund des relativen Oestrogenübergewicht wie z.B. die Drei-Monats-Spritze, Pille mit Gelbkörperhormon oder Spirale (Mirena®)

4. Esmya (=Ulipristalacetat) ist ein sogenannter Progesteronrezeptormodulator. Er blockiert die Wirkung von Progesteron und innert wenigen Wochen sollte sich die Blutungsstärke verringern. Esmya wurde in der Schweiz im Frühjahr 2018 vom Markt genommen, wegen Leberschäden und Leberversagen. Siehe dazu auch den Expertenbrief unserer Fachgesellschaft SGGG. Somit steht dieses Medikament als Therapie der Myome nicht mehr zur Verfügung.

5. mit den GnRH-Analoga treten durch eine Hormontherapie künstlich die Wechseljahre ein. Sie reduzieren die Myommasse um ca. 40%. Derzeit sind GnRH-Analoga aber höchstens zur Vorbereitung auf eine Operation indiziert (um eine Reduktion der Blutungstendenz während des Eingriffs zu erreichen). Denn sie führen als Dauertherapie zu erheblichen Nebenwirkungen wie klimakterische Beschwerden. Ferner sind Rezidivbeschwerden nach Therapiestopp häufig.

6. Abtragung von submucösen gestielten Myome während der Gebärmutterspiegelung (=Hysteroskopie).

7. Enukleation der Myome, wobei die Gebärmutterwand aufgeschnitten und das Myom entfernt wird; dies kann mittels Bauchspiegelung (=Laparoskopie) oder Bauchschnitt (=Laparotomie) erfolgen. Diese Operationen können je nach Lage und Grösse der Myome technisch schwierig sein und können somit zueinem höheren Blutverlust führen als eine totale Gebärmutterentfernung (=Hysterektomie).

8. Embolisation der Myome; Embolisation der zuführenden Gefässe durchgeführt von einem Radiologen.

9.NEU in der Schweiz Radiofrequenz-Ablation der Myome unter transzervikaler Ultraschallkontrolle (SONATA®System)
Durch eine stabförmige wenige Millimeter messende Ultraschallsonde, welche mit einem Radiofrequenz-Ablations-Handstück kombiniert ist, kann durch die Scheide die Sonde direkt neben das Myom in der Gebärmutterhöhle (=Cavum) platziert werden. Auf einem Live-Ultraschall-Bildschirm kann somit gezielt das Myom oder mehrere Myome durch Hitzeapplikation behandelt werden; dies dauert nur wenige Minuten. Die Myommasse schrumpft in den folgenden Wochen zusammen und 3 Monate danach reduzieren sich die Blutungsstörungen um 90%. Die einfache, schmerzfreie und in wenigen Minuten durchzuführende Methode ohne Verletzung der Gebärmutterwand (=Uterotomie) überzeugt.

10. Schlussendlich die Gebärmutterentfernung (=Hysterektomie) durch die Scheide (=vaginal), laparoskopisch oder durch Laparotomie.