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Interview mit Dr. med. Markus Kubli

«Auch in den Bergen kann einem sehr wohl was auf den Bauch schlagen»

Dr. med. Markus Kubli ist als Leitender Arzt der medizinischen Klinik tätig und bietet konsiliarische Sprechstunden an. Im Gespräch verrät er, wie sich die Gastroenterologie entwickelt hat und was er von Smoothies und Superfoods hält.

Herr Dr. Kubli, was fasziniert Sie an der Gastroenterologie?

Als Gastroenterologe begleite ich einen Patienten von der Diagnose bis hin zur Therapie. Oft kommen Patienten mit Bauchbeschwerden zu mir in die Sprechstunde, dann beginnt das Suchen nach der Ursache seines Leidens. Dabei kann ich einerseits auf meine Erfahrungswerte zählen. Anderseits trage ich mit einer Ultraschallunter­suchung oder mit einer Magenspiegelung zur Diagnose bei. Und später kann ich allenfalls therapeutisch aktiv werden, indem ich beispiels­weise Gallensteine entferne. Die Gastroenterologie ist sehr vielfältig – das fasziniert mich.

Was sind die Klassiker, die Sie behandeln?

Saures Aufstossen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Auch in den Bergen kann einem etwas auf den Magen schlagen. Und seit die Vorsorge­untersuchung für Dickdarmkrebs von den Krankenkassen bezahlt wird, ist dies eindeutig die häufigste Untersuchung, die wir in der gastro­enterologischen Abteilung am Spital Oberengadin durchführen.

Wie hat sich die Gastroenterologie über die Jahre entwickelt?

Als ich meine Ausbildung zum Magen-Darm- Spezialisten absolviert habe, lag die Chance einen mit Hepatitis C erkrankten Patienten zu heilen bei 40 Prozent. Dabei handelte es sich um eine lange Behandlung mit schweren Nebenwirkungen. Heute können wir fast jeden Hepatitis-C-Patienten heilen – und zwar deutlich schneller und ohne Neben­wirkungen. Ein weiteres Highlight ist die Vorsorgeuntersuchung des Dickdarms. Personen ab 50 Jahren kommen heute ohne jegliche Beschwerden zu uns und lassen sich auf Polypen testen. Bei einem grossen Anteil dieser Patienten kann so ein Dickdarmkrebs verhindert werden.

Ihre Tipps für eine gesunde Verdauung?

Eine gesunde Ernährung, genügend Flüssigkeit und viel Bewegung tragen zu einer guten Verdauung bei. Dabei sind Früchte und Gemüse wichtig. Zu übertreiben braucht man es damit aber nicht. Zuviel davon kann auch eine gegenteilige Auswirkung auf den Darm haben.

Was halten Sie von den aktuellen Essenstrends wie Smoothies und Superfoods?

Ich finde es gut, dass man sich überlegt, was man isst – dies liegt definitiv im Trend. Die aktuelle Modeerscheinung mit Superfoods und Smoothies sind Ausdruck davon. Es gibt aber zusehends Menschen, die einen fast schon krankhaften Drang entwickeln, sich mit gesunder Ernährung ausei­nan­der­ zu setzen.

Sollten wir nicht alle einfach essen, worauf wir Lust haben?

Genau. Ich rate meinen Patienten immer: Habt Freude am Essen. Das essen zu dürfen, was man mag und verträgt, ist Teil unserer Lebensqualität. 

 

Dieser Beitrag ist erstmals im Geschäftsbericht 2016 erschienen. 

Dr. med. Markus Kubli

Dr. med. Markus Kubli (1972) ist Facharzt FMH für Innere Medizin sowie Facharzt FMH für Magen-, Darm-, und Leber­erkrankungen. Er ist als Leitender Arzt der medizinischen Klinik tätig und bietet konsiliarische Sprechstunden an. Dr. Markus Kubli spricht Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.

10 Fakten

  • Hat zuletzt «Der Scherz» von Milan Kundera gelesen.
  • Hört gerne Dire Straits.
  • Der Film «Die schwarzen Brüder» war sein letzter Kinobesuch.
  • Würde gerne mal mit einem Gleitschirm von Muottas Muragl abheben.
  • Nimmt am Engadin Skimarathon teil.
  • Geht im Sommer fischen.
  • Verpasst kein Tennisspiel von Roger Federer.
  • Sein Bubentraum war Tierarzt.
  • Fährt einen Seat Alhambra.
  • Lebt mit seiner Ehefrau und drei Kindern in Samedan.